Eröffnung "Where do you draw the line?"
Where do you draw the line?
Zum ersten Düsseldorfer Art:walk zeigt sipgate shows eine zeichnerische Gratwanderung zwischen freier und angewandter Kunst.
"Where do you draw the line?“ ist die sinnbildliche Frage nach der ästhetischen Konsequenz künstlerischer Intentionen. Ändert sich das Bild, wenn Künstler:innen nicht auch Auftrageber:innen des Werkes sind? Ist es ein sichtbarer Unterschied zwischen Künstler:in und Illustrator:in? Verändert sich die Kraft der Zeichnung, die gestalterische Qualität, ist der Ausdruck anders? Formal lassen sich die Werke der in der Ausstellung vertretenen Künstler:innen durchaus entweder der angewandten Kunst (JP Anhonen, Robert Crumb, Peter
Poplaski, Frank Quitely, Art Spiegelman) und oder der freien Kunst (Mark Dion, Carol Rhodes, Lin May Saeed) zuordnen. Die einen arbeiten mit gewissen Vorgaben von Außen. Es geht möglicherweise darum, eine Geschichte zu illustrieren, eine Erzählfigur zu bebildern. Die anderen nutzen die Zeichnung als Vorbereitung auf ein eigenes Werk, eine Malerei, eine Skulptur, eine Installation. Bei näherer Betrachtung der Werke in der Ausstellung scheint die Trennung nicht so einfach. Denn auch freie Künstler:innen arbeiten mit Aufträgen, stellen sich Aufgaben, nutzen die Zeichnung zum Herantasten an das Bild, das ihnen vorschwebt, planen und messen auf dem Weg zum Werk, das es zu realisieren gilt. Die künstlerischen Mittel nähern sich an. Allen gezeigten Arbeiten der Ausstellung ist gemeinsam, dass sie Bausteine des künstlerischen Schaffensprozesses darstellen, mit individuellen Handschriften. Das Ziel kann ein Superheld in Action sein oder ein geschweisstes Löwen-Tor mit dem Dorn-aus-der-Pfote-ziehenden Hieronymus, die Wege dahin sind viel ähnlicher, als man meint.